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WLAN-Speed-Test: Wie schnell ist der WAVLINK AC1200? Geschwindigkeits-Review in der Praxis.

Veröffentlicht von empy
Lesezeit: 5 Minuten

Mein WAVLINK AC1200 ist ein klassischer WLAN-Router ohne eingebautes Modem. Er stellt WLAN der 5. Generation (802.11ac) mit bis zu 867 MBit/s im 5-GHz-Band zur Verfügung. Ob das Gerät schnelle WLAN-Geschwindigkeit ausliefert, teste ich heute in meinem Review.

In meinem Praxis-Test lieferte der WAVLINK AC1200 durchschnittlich 89,4 MBit/s tatsächliche Netto-Geschwindigkeit über das WLAN an meine Endgeräte aus. Der durchschnittliche Ping lag dabei bei 2,0 Millisekunden, der Jitter im Mittel bei 2,0 Millisekunden. Damit liegt der WAVLINK AC1200 mit seiner Gesamtpunktzahl von 2525 Punkten aktuell auf Platz 8 meiner WLAN-Speed-Rangliste (Stand 27. August 2021).

WAVLINK AC1200 vs. Gesamtdurchschnitt (Stand 27. August 2021).

Die WLAN-Geschwindigkeit des WAVLINK AC1200

In meinem WLAN-Speed-Review erzielte der WAVLINK AC1200 eine durchschnittliche Gesamt-Geschwindigkeit (TCP Throughput) von 89,4 MBit/s.

Dabei konnte der WAVLINK AC1200 im Upstream etwa 73,4 MBit/s pro Endgerät über das WLAN verteilen (Mittelwert). Wollten alle meine Endgeräte gleichzeitig Daten übermitteln, dann wurden kumuliert 95,2 MBit/s über die Luftschnittstelle des WLAN-Routers übertragen.

Im Schnitt wurden im Downstream 94,7 MBit/s per Funk übertragen. Bei der gleichzeitigen Übertragung an alle meine Endgeräte schaffte der WAVLINK AC1200 dann 94,7 MBit/s kumuliert.

WLAN-Geschwindigkeit Upstream

Maximale Upstream-Geschwindigkeit (TCP-Throughput in MBit/s) bei maximaler Auslastung der Geräte nacheinander

 Gerät 1: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)Gerät 2: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)Gerät 3: Snapdragon 845, 2×2 (Wi-Fi 5)Gerät 4: Realtek RTL8814AU, 4×4 (Wi-Fi 5)
Messwert 1: 0-6093,68,779694,9
Messwert 2: 60-12094,98,139594,9
Messwert 3: 120-18094,98,029594,9
Messwert 4: 180-24094,99,749594,9
Messwert 5: 240-30094,78,5894,894,8
ø94,98,695,094,9
Messwerte im Upload (TCP-Throughput in MBit/s) Geräte nacheinander

Der WAVLINK AC1200 lieferte sehr überschaubare WLAN-Geschwindigkeiten an Endgerät 1 ab. Das Problem war nicht das WLAN als solches, vielmehr hatte der WLAN-Router nur sehr altmodische LAN-Anschlüsse mit 100 MBit/s verbaut. Klar, dass dann das WLAN nicht schneller sein kann, wenn das andere Endgerät, beispielsweise ein NAS, darüber angesprochen wird. Der LAN-Anschluss wirkt in diesem Fall als Flaschenhals. In meinem Testaufbau hängt der iPerf-Server per Kabel am Netzwerk. Nur so kann ich die Einzelbelastung einer WLAN-Verbindung testen, mit der Anbindung per WLAN hätte ich immer automatisch zwei Endgeräte im Test und ich könnte die maximale Leistung für nur jeweils ein aktives Gerät nicht testen. 100-MBit/s-LAN-Ports sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Daher werde ich das Testszenario auch nicht weiter verändern, sorry.

Um es klarzustellen: Der WAN-Port des WAVLINK AC1200 unterstützt 1000 MBit/s. Verbindungen ins Internet könnten also schneller sein. Doch große Geschwindigkeiten braucht man vor allem im LAN, denn oft ist eben auch die Internetanbindung ein Flaschenhals. Aufgrund des Testaufbaus habe ich WLAN zu WLAN nicht durch den Test abgedeckt. Immerhin kenne ich kaum einen Anwendungsfall, in dem WLAN-Geräte gegenseitig aufeinander zugreifen müssten. Diese Fälle mag es geben (zum Beispiel ein per WLAN angebundener Computer), üblicher ist es aber jedoch, dass ein Server oder NAS im Netzwerk nicht per WLAN angebunden ist oder gar werden kann. Wer die Wahl hat, sollte meiner Meinung nach stets die Kabelverbindung bei stationären Geräten bevorzugen.

Nachdem dies geklärt ist zu den Testergebnissen: Endgerät 1 erreichte die maximale Leistung, welche über die LAN-Verbindung möglich war (94,9 MBit/s). Endgerät 2 sackte auf magere 8,6 MBit/s ab. Hier war nicht das Kabel das Problem, vielmehr die Entfernung. Eine sehr schwache Leistung musste dennoch attestiert werden. Endgerät 3 und Endgerät 4 waren am Anschlag der Kabelmöglichkeiten. Sie erreichten 95 MBit/s bzw. 94,9 MBit/s.

Maximale Upstream-Geschwindigkeit (TCP-Throughput in MBit/s) bei maximaler Auslastung der Geräte gleichzeitig

 Gerät 1: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)Gerät 2: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)Gerät 3: Qualcomm Snapdragon 845, 2×2 (Wi-Fi 5)Gerät 4: Realtek RTL8814AU, 4×4 (Wi-Fi 5)
Messwert 1: 0-6022,19,9128,249,5
Messwert 2: 60-12020,4025,747,1
Messwert 3: 120-18020027,149,9
Messwert 4: 180-24020,7026,748
Messwert 5: 240-30021043,747,1
ø20,40,026,548,3
Messwerte im Upload (TCP-Throughput in MBit/s) Geräte gleichzeitig

Der Multi-Test wurde durch die begrenzten Kabel-Fähigkeiten des WAVLINK AC1200 bestimmt. Die kumulierte Leistung, also wenn man alle Geschwindigkeiten der vier Endgeräte zusammenrechnet, betrug 95,2 MBit/s. Logischerweise konnten in Summe nicht mehr Daten übertragen werden, als das Kabel zulässt. Die vier Endgeräte mussten sich die 100 MBit/s-Leitung teilen. Endgerät 1 bekam 20,4 MBit/s, Endgerät 3 26,5 MBit/s und Endgerät 4 knapp die Hälfte mit 48,3 MBit/s. Endgerät 2 bekam keine Datenverbindung zu Stande und ging leer aus. Das Endgerät war nicht verwendbar. Ein sehr schlechtes Resultat mit der Verantwortung klar beim WAVLINK AC1200. Schade.

WLAN-Geschwindigkeit Downstream

Maximale Downstream-Geschwindigkeit (TCP-Throughput in MBit/s) bei maximaler Auslastung der Geräte nacheinander

 Gerät 1: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)Gerät 2: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)Gerät 3: Qualcomm Snapdragon 845, 2×2 (Wi-Fi 5)Gerät 4: Realtek RTL8814AU, 4×4 (Wi-Fi 5)
Messwert 1: 0-6094,893,394,894,5
Messwert 2: 60-12094,992,694,894,9
Messwert 3: 120-18094,994,794,894,9
Messwert 4: 180-24094,994,894,994,9
Messwert 5: 240-30094,994,894,994,9
ø94,994,094,894,9
Messwerte im Download (TCP-Throughput in MBit/s) Geräte nacheinander

Weiter geht es mit dem Download-Test. Während beim Upload Endgerät 2 noch stark schwächelte, lagen nun alle Endgeräte ziemlich gleichauf. Endgerät 1 erreichte 94,9 MBit/s, Endgerät 2 94 MBit/s, Endgerät 3 94,8 MBit/s und Endgerät 4 94,9 MBit/s. Mehr war bei der 100MBit/s-Kabelverbindung eben einfach nicht drin. Meiner Meinung wurde hier an der falschen Stelle gespart.

Da Endgerät 2 im Download keine Probleme hatte, lag der Download um 21,3 MBit/s über der Upload-Rate.

Maximale Downstream-Geschwindigkeit (TCP-Throughput in MBit/s) bei maximaler Auslastung der Geräte gleichzeitig

 Gerät 1: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)Gerät 2: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)Gerät 3: Qualcomm Snapdragon 845, 2×2 (Wi-Fi 5)Gerät 4: Realtek RTL8814AU, 4×4 (Wi-Fi 5)
Messwert 1: 0-6025,733,725,333,4
Messwert 2: 60-12028,314,225,827,4
Messwert 3: 120-18026,316,325,226,2
Messwert 4: 180-24025,917,22525,3
Messwert 5: 240-30030,420,344,525,9
ø26,815,925,326,3
Messwerte im Download (TCP-Throughput in MBit/s) Geräte gleichzeitig

Beim Multi-Test galt das gleiche Prinzip wie schon beim Upload: Mehr als 100 MBit/s standen dem WAVLINK AC1200 nicht zur Verfügung, da der iPerf-Server per LAN-Kabel am WLAN-Router angebunden ist (LAN-Port, nicht WAN-Port). Der WAN-Port ist tabu, immerhin hängt dort im normalbetrieb ein entsprechendes Modem.

Die Werte waren im Download besser verteilt als beim Upload, so bekam auch Endgerät 2 endlich wieder Daten ab (15,9 MBit/s). Endgerät 1 (26,8 MBit/s), Endgerät 3 (25,3 MBit/s) und Endgerät 4 (26,3 MBit/s) lagen sehr dicht in Sachen WLAN-Geschwindigkeit beieinander.

Der Unterschied von Upload und Download war in diesem Fall nicht der Rede wert. Er betrug nur 0,8 MBit/s.

Der Ping des WAVLINK AC1200 (in Millisekunden)

 ø-Ping (1 Gerät gleichzeitig)
Gerät 1: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)0
Gerät 2: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)0
Gerät 3: Snapdragon 845, 2×2 (Wi-Fi 5)6
Gerät 4: Realtek RTL8812AU, 2×2 (Wi-Fi 5)2
ø2
Messwerte (Ping in Millisekunden)

Einen hervorragenden Ping erzielte der WAVLINK AC1200 im Ping-Test. Nur 2ms im Durschnitt konnten sich sehen lassen. Endgeräte 1 und 2 lagen bei unter 1ms. Endgerät 3 lag wie eigentlich immer mit 6ms auf dem letzten Platz. Endgerät 4 hatte 2ms Ping. Sehr gut.  

Der Jitter des WAVLINK AC1200 (in Millisekunden)

 ø-Jitter (1 Gerät gleichzeitig)ø-Jitter (4 Geräte gleichzeitig)
Gerät 1: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)1,5471,493
Gerät 2: Intel AX200, 2×2 (Wi-Fi 6)3,668
Gerät 3: Snapdragon 845, 2×2 (Wi-Fi 5)1,7992,427
Gerät 4: Realtek RTL8814AU, 4×4 (Wi-Fi 5)1,5951,617
ø2,152251,845666667
Messwerte (Jitter in Millisekunden)

Der gesamtdurchschnittliche Jitter des WAVLINK AC1200 lag mit 2ms im sehr guten Bereich, wenn da nicht das Problem mit Endgerät 2 aufgetaucht wäre: Leider kam es beim Multi-Test zu einem Totalausfall der Verbindung, weshalb keine Jitter-Werte erhoben werden konnten. Endgerät 1 erreichte 1,493ms, Endgerät 3 kam auf 2,427ms während es Endgerät 4 auf 1,617ms schaffte.

Den Einzeltest konnten alle Endgeräte erfolgreich absolvieren. Endgerät 1 hatte einen Wert von 1,547ms, Endgerät 2 den höchsten Wert von 3,668ms, während Endgerät 3 1,799ms und Endgerät 4 1,595ms Jitter erreichten. Die Einzel-Jitter-Werte lagen über den Multi-Jitter-Werten.

Der Stromverbrauch des WAVLINK AC1200 (in Wattstunden)

Während meiner praktischen Messreihe verbrauchte der WAVLINK AC1200 ungefähr 4,3Wh elektrischen Strom.

Technische WLAN-Spezifikationen des WAVLINK AC1200

Der WAVLINK AC1200 hat vier 100-MBit/s-LAN-Ports sowie einen 1000-MBit/s-WAN-Port. Er funkt im besten Fall mit dem WLAN-5-Standard und kann dabei bis zu zwei Spatial Streams nutzen. Ab Werk kommt der WLAN-Router mit WPA2-Verschlüsselung daher.

Wer sich für weitere funktechnischen Details interessiert, kann sich meinen Paketmitschnitt für Wireshark mit den entsprechenden Beacon-Frames des WAVLINK AC1200 für das 2,4-GHz und 5-GHz-Band herunterladen.

Die Rangliste mit allen Platzierungen

Ihr wollt euch einen neuen WLAN-Router kaufen und wisst nicht genau, welchen? Ich habe eine Rangliste mit allen WLAN-Routern erstellt, deren Geschwindigkeit ich in meinem Praxis-Test bereits ausgewertet habe. Schaut euch an, welche Geräte es auf das Siegertreppchen in Sachen Geschwindigkeit geschafft haben und erhaltet so einen praktischen Eindruck vom realen Datendurchsatz!

Aber nicht vergessen: Die Schnelligkeit vom WLAN hängt nicht allein vom Router ab! Auch eure Endgeräte und das elektromagnetische Umfeld (Nachbar-WLANs) beeinflussen den TCP-Throughput stark. Wie gut der jeweile WLAN-Router bei euch performt, kann daher ganz unterschiedlich sein.

Rangliste: Die untersuchten WLAN-Router Platz 1 bis 10.

Wie wird getestet?

Weitere Details zur Vorgehensweise und zum Testaufbau findet ihr hier. Bitte beachtet unbedingt, dass es sich bei den aufgeführten Werten um meine persönlichen, subjektiven Erfahrungen handelt und alle Ergebnisse stets Momentaufnahmen sind. Ich hatte einfach sehr großen Spaß daran auszuprobieren, wie sich das WLAN der einzelnen Geräte im heimischen Umfeld „anfühlt“.

WLAN verhält sich in jeder Umgebung in Anbetracht des elektromagnetischen Umfeldes sowie anderer Verbraucher im öffentlich zugänglichen lizenzfreien Spektrum individuell. Je nach Einsatzort und Einsatzzeit kann eure Erfahrung daher eine vollkommen Andere sein.

Offizielle Leistungswerte findet ihr in den Produktspezifikation der einzelnen Hersteller.

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